Ein professionell organisiertes Reifenlager ist für Autohäuser weit mehr als ein Abstellraum – es ist ein eigenständiger Umsatzkanal, ein Kundenbindungsinstrument und ein Qualitätsmerkmal, das Vertrauen schafft. Wer Reifen sauber einlagert, dokumentiert und zum richtigen Zeitpunkt an die Umrüstung erinnert, generiert planbare Einnahmen und sichert sich regelmäßige Werkstatttermine. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Ihr Reifenlager systematisch aufbauen, effizient verwalten und mit der richtigen Software automatisieren.
Warum das Reifenlager ein echter Umsatzbringer ist
Viele Autohäuser unterschätzen das Potenzial der Reifeneinlagerung. Dabei liegt der wirtschaftliche Nutzen auf der Hand: Pro eingelagertem Satz berechnen Betriebe eine Einlagerungsgebühr von 20 bis 40 Euro pro Saison. Bei 200 eingelagerten Sätzen ergibt das einen Zusatzumsatz von 4.000 bis 8.000 Euro jährlich – und zwar fast ohne Materialkosten.
Doch die Einlagerungsgebühr ist nur der Anfang. Der eigentliche Wert liegt in den Folgeaufträgen:
- Zweimal jährlich garantierte Werkstatttermine durch den saisonalen Reifenwechsel
- Upselling-Potenzial bei Profiltiefe unter 3 mm – direkter Reifenverkauf
- Cross-Selling von Bremsenprüfung, Achsvermessung und Fahrwerkskontrolle
- Stärkere Kundenbindung durch regelmäßigen persönlichen Kontakt
- Planbare Auslastung der Werkstatt in Frühjahr und Herbst
Praxistipp: Berechnen Sie Ihren Business Case: Wenn ein Reifenhotel-Kunde im Durchschnitt 80 Euro pro Wechsel zahlt und dabei in 30 % der Fälle weitere Services bucht, liegt der Jahresumsatz pro Kunde bei über 200 Euro – ganz ohne Fahrzeugverkauf.
Raumplanung: So dimensionieren und gestalten Sie Ihr Reifenlager
Bevor Sie den ersten Reifen einlagern, brauchen Sie ein durchdachtes Raumkonzept. Die drei zentralen Faktoren sind Regalsystem, Kennzeichnung und Kapazität.
Das richtige Regalsystem wählen
Für professionelle Reifenlager haben sich Schwerlastregale mit speziellen Reifenauflagen bewährt. Achten Sie auf folgende Punkte:
- Tragkraft pro Ebene mindestens 200 kg (ein Satz SUV-Reifen wiegt bis zu 60 kg)
- Regaltiefe von 50–60 cm für gängige Reifengrößen
- Mindestens 4 Ebenen pro Regal für optimale Raumnutzung
- Beschriftungsleisten an jeder Ebene für Lagerplatznummern
- Reifen auf Felgen liegend lagern, Reifen ohne Felgen stehend
Kapazität realistisch planen
Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter Lagerfläche können Sie mit Schwerlastregalen etwa 3 bis 4 Reifensätze unterbringen. Planen Sie außerdem Platz für Gangbreite (mindestens 1,20 m für Hubwagen), einen Annahmebereich und eine Prüfstation ein.
| Lagergröße | Nutzfläche | Kapazität (ca.) | Potenzial Einlagerungsgebühr |
|---|---|---|---|
| Klein | 30 m² | 80–100 Sätze | 1.600–4.000 €/Saison |
| Mittel | 60 m² | 180–240 Sätze | 3.600–9.600 €/Saison |
| Groß | 120 m² | 360–480 Sätze | 7.200–19.200 €/Saison |
Kennzeichnung und Lagerplatzsystem
Jeder Lagerplatz braucht eine eindeutige Nummer – zum Beispiel nach dem Schema Regal-Ebene-Position (z. B. R03-E2-P04). Diese Nummer wird sowohl am Regal als auch auf dem Reifenlabel vermerkt. So finden Mitarbeiter jeden Satz in Sekunden, statt minutenlang zu suchen.
Das Reifenlabel: Welche Informationen draufgehören
Ein vollständiges Reifenlabel ist das Herzstück jeder professionellen Einlagerung. Es dient der Identifikation, der Dokumentation und dem Schutz vor Haftungsansprüchen. Jedes Label sollte folgende Angaben enthalten:
- Kundenname und Kundennummer
- Fahrzeug: Marke, Modell, Kennzeichen
- Position: VL (vorne links), VR, HL, HR – für die Zuordnung beim Wiederaufziehen
- Zustand: Profiltiefe je Reifen in mm, sichtbare Beschädigungen
- Reifenmarke und -größe (z. B. Continental WinterContact 225/45 R17)
- DOT-Nummer zur Altersbestimmung
- Einlagerungsdatum und Lagerplatznummer
Gut zu wissen: Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke verrät das Herstellungsdatum. Die letzten vier Ziffern geben Woche und Jahr an – z. B. „2423″ bedeutet: 24. Kalenderwoche 2023. Reifen älter als 8 Jahre sollten unabhängig von der Profiltiefe ersetzt werden.
Der Annahmeprozess: Schritt für Schritt richtig einlagern
Ein standardisierter Annahmeprozess schützt Sie vor Reklamationen und stellt sicher, dass kein Detail übersehen wird. Schulen Sie Ihr Werkstattteam auf folgende Schritte:
Nehmen Sie die Reifen vom Kunden entgegen oder demontieren Sie sie im Zuge des Reifenwechsels. Prüfen Sie sofort die Vollständigkeit (4 Reifen, ggf. mit Felgen, Ventilkappen vorhanden).
Messen Sie die Profiltiefe an mindestens drei Stellen pro Reifen mit einem digitalen Profiltiefenmesser. Notieren Sie die Werte auf dem Einlagerungsprotokoll. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm – empfohlen werden mindestens 3 mm für Sommerreifen und 4 mm für Winterreifen.
Untersuchen Sie jeden Reifen auf Risse, Beulen, eingefahrene Fremdkörper, ungleichmäßigen Abrieb und Beschädigungen an Felge oder Ventil. Halten Sie Auffälligkeiten schriftlich fest.
Fotografieren Sie jeden Reifen einzeln sowie eventuelle Beschädigungen im Detail. Die Fotos dienen als Beweissicherung und helfen bei der Beratung zum nächsten Wechseltermin.
Füllen Sie das Reifenlabel aus, bringen Sie es per Kabelbinder oder Barcode-Etikett am Reifen an und lagern Sie den Satz am zugewiesenen Lagerplatz ein.
Teilen Sie dem Kunden den Zustand der Reifen mit. Liegt die Profiltiefe unter 4 mm, empfehlen Sie proaktiv einen Reifenneukauf zur nächsten Saison. So platzieren Sie ein Angebot, ohne aufdringlich zu wirken.
Optimale Lagerbedingungen: Temperatur, Licht und Feuchtigkeit
Reifen sind empfindlicher als viele denken. Falsche Lagerbedingungen beschleunigen die Alterung und können die Sicherheit beeinträchtigen. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) empfiehlt folgende Bedingungen:
| Faktor | Empfehlung | Risiko bei Nichteinhaltung |
|---|---|---|
| Temperatur | Kühl, unter 25 °C, idealerweise 10–15 °C | Gummi wird spröde, beschleunigte Alterung |
| Sonnenlicht/UV | Dunkel lagern, kein direktes Sonnenlicht | UV-Strahlung zersetzt das Gummi |
| Feuchtigkeit | Trocken, max. 65 % rel. Luftfeuchtigkeit | Feuchtigkeit fördert Korrosion an Felgen |
| Ozon/Chemikalien | Keine Lösungsmittel, Kraftstoffe oder Ozonquellen in der Nähe | Chemische Reaktionen schädigen die Gummimischung |
| Untergrund | Sauber, trocken, kein Kontakt mit Öl oder Fett | Aufquellen und Strukturschäden |
Tipp: Installieren Sie ein einfaches digitales Thermo-Hygrometer im Lager (ab ca. 15 Euro). So behalten Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Blick und können bei Bedarf gegensteuern – etwa durch Lüften oder einen Luftentfeuchter.
Saisonale Erinnerungen: So holen Sie Kunden rechtzeitig zurück
Der größte Fehler im Reifenhotel-Geschäft: Kunden einlagern lassen und dann auf deren Eigeninitiative hoffen. Proaktive Kommunikation ist der Schlüssel zu vollen Terminkalendern in der Umrüstungssaison.
Wann erinnern?
- Sommerreifen aufziehen: Erinnerung Mitte bis Ende März (Faustregel: von Ostern bis Oktober)
- Winterreifen aufziehen: Erinnerung Anfang bis Mitte Oktober (Faustregel: von Oktober bis Ostern – „O bis O“)
- Erste Erinnerung: 3–4 Wochen vor dem typischen Wechselzeitraum
- Zweite Erinnerung: 1–2 Wochen vor dem Zeitraum, falls noch kein Termin gebucht
Welche Kanäle nutzen?
Der effektivste Kanal ist eine personalisierte E-Mail oder SMS, die den Kunden namentlich anspricht und direkt einen Online-Terminbuchungslink enthält. Ergänzend können Sie WhatsApp-Nachrichten oder postalische Erinnerungen einsetzen. Entscheidend ist, dass die Erinnerung automatisiert erfolgt – manuelles Durchtelefonieren von 200 Kunden ist weder wirtschaftlich noch zeitgemäß.
Wussten Sie? Autohäuser, die automatisierte Erinnerungen versenden, erreichen eine Terminbuchungsrate von über 80 %. Ohne Erinnerung kommen viele Kunden zu spät, gehen zur Konkurrenz oder vergessen den Wechsel ganz.
Ein gutes CRM-System speichert die Kundendaten und Fahrzeuginformationen zentral und kann Erinnerungen automatisch zum richtigen Zeitpunkt versenden.
Erinnerungsvorlagen, die funktionieren
Eine gute Erinnerung ist kurz, persönlich und enthält eine klare Handlungsaufforderung. Vermeiden Sie generische Massenmails – je individueller die Ansprache, desto höher die Buchungsrate. Bewährte Bestandteile einer Erinnerungsnachricht:
- Persönliche Anrede mit Kundenname
- Nennung des konkreten Fahrzeugs (Marke, Modell, Kennzeichen)
- Hinweis auf den empfohlenen Wechselzeitraum
- Information zum Zustand der eingelagerten Reifen (z. B. „Profiltiefe noch ausreichend“ oder „Wir empfehlen neue Winterreifen“)
- Direkter Link oder Telefonnummer zur Terminbuchung
- Hinweis auf begrenzte Termine in der Hauptsaison
Formulierungsbeispiel: „Sehr geehrter Herr Müller, die Winterreifensaison steht vor der Tür. Ihre Winterreifen (Continental WinterContact TS 870) für Ihren VW Golf (B-AB 1234) stehen bereit. Die Profiltiefe liegt bei 5,2 mm – guter Zustand. Buchen Sie jetzt Ihren Wechseltermin unter [Link]. Bei Fragen erreichen Sie uns unter [Telefon]. Ihr Autohaus-Team.“
Preismodelle für die Reifeneinlagerung
Die Preisgestaltung hängt von Region, Wettbewerb und Servicelevel ab. Hier ein Überblick gängiger Modelle:
| Preismodell | Beschreibung | Preisspanne | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Einlagerung pro Saison | Pauschale für die Lagerung eines kompletten Satzes über eine Saison (ca. 6 Monate) | 20–40 € | Standard-Angebot für die meisten Kunden |
| Einlagerung + Wechsel Kombi | Paket aus Einlagerung, Radwechsel und Wuchten | 60–100 € | Kunden, die Komfort schätzen |
| Premium-Paket | Kombi + Reifenwäsche, Profilcheck, schriftlicher Zustandsbericht | 90–140 € | Anspruchsvolle Kunden, Premiummarken |
| Flatrate jährlich | Zwei Wechsel + ganzjährige Einlagerung zum Festpreis | 120–200 €/Jahr | Kundenbindung und Planungssicherheit |
| Kostenlos bei Reifenkauf | Einlagerung als Gratis-Service beim Kauf eines neuen Reifensatzes | 0 € (inkludiert) | Neukundengewinnung, Reifenverkauf ankurbeln |
Haftung und Versicherung: Obhutspflicht im Reifenlager
Wer Reifen einlagert, übernimmt die sogenannte Obhutspflicht. Das bedeutet: Sie haften für Schäden, die während der Lagerung durch Ihr Verschulden oder mangelnde Sorgfalt entstehen – etwa durch falsche Lagerbedingungen, Verwechslungen oder Diebstahl.
Was Sie rechtlich beachten müssen
- Einlagerungsvertrag: Schließen Sie mit jedem Kunden einen schriftlichen Vertrag ab, der Leistungsumfang, Haftung und Haftungsausschlüsse klar regelt
- Zustandsdokumentation: Der dokumentierte Zustand bei Annahme (Fotos, Profiltiefe, Beschädigungen) ist Ihre wichtigste Absicherung
- Versicherung prüfen: Klären Sie mit Ihrer Betriebshaftpflichtversicherung, ob eingelagerte Kundenreifen mitversichert sind – oft ist ein Zusatzbaustein erforderlich
- Diebstahlschutz: Sichern Sie das Lager mit abschließbaren Türen, ggf. Alarmanlage und Videoüberwachung
- Brandschutz: Reifen sind brennbar – halten Sie die Vorschriften für Lagerstätten ein und informieren Sie Ihre Feuerversicherung
Rechtshinweis: Die Obhutspflicht basiert auf dem Verwahrungsvertrag (§§ 688 ff. BGB). Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz können Haftungsausschlüsse im Vertrag unwirksam sein. Lassen Sie Ihren Einlagerungsvertrag von einem Rechtsanwalt prüfen.
Software vs. Excel: Wie Sie Ihr Reifenlager am besten verwalten
Viele Autohäuser starten mit einer Excel-Tabelle für die Reifenlagerverwaltung. Das funktioniert bei 20 oder 30 Sätzen noch halbwegs – aber spätestens ab 100 eingelagerten Sätzen stoßen Sie an Grenzen:
| Kriterium | Excel / Google Sheets | Spezialsoftware |
|---|---|---|
| Suche nach Kunde/Reifen | Manuell per Strg+F, fehleranfällig | Sofortige Suche per Name, Kennzeichen oder Barcode |
| Erinnerungen versenden | Manuell erstellen und einzeln versenden | Automatisiert per E-Mail/SMS zum richtigen Zeitpunkt |
| Zustandsdokumentation | Fotos separat speichern, manuell verknüpfen | Fotos direkt am Datensatz hinterlegt |
| Rechnungsstellung | Separates Programm oder manuelle Rechnung | Rechnung direkt aus dem Lagervorgang erstellen |
| Mehrere Mitarbeiter | Gleichzeitige Bearbeitung problematisch | Mehrbenutzerfähig, Änderungen in Echtzeit |
| Fehlerquote | Hoch (Tippfehler, vergessene Einträge, veraltete Daten) | Niedrig (Pflichtfelder, Validierung, Barcode-Scan) |
| Skalierbarkeit | Bis ca. 50–80 Sätze praktikabel | Unbegrenzt skalierbar |
AutoPult Reifenlager-Modul: Alles automatisiert an einem Ort
Das AutoPult Reifenlager-Modul wurde speziell für die Anforderungen von Autohäusern und Kfz-Werkstätten entwickelt. Es digitalisiert den gesamten Prozess von der Annahme bis zur Rechnungsstellung – und spart dabei pro Saison dutzende Arbeitsstunden.
Barcode-Scanning für fehlerfreie Zuordnung
Jeder eingelagerte Reifensatz erhält ein Barcode-Etikett. Beim Einlagern, Auslagern oder Umlagern scannen Mitarbeiter einfach den Code – die Software aktualisiert den Lagerplatz automatisch. Verwechslungen und manuelle Tippfehler gehören der Vergangenheit an.
Automatisierte Kundenerinnerungen
Drei bis vier Wochen vor Saisonbeginn versendet AutoPult automatisch personalisierte Erinnerungen per E-Mail oder SMS an alle Reifenhotel-Kunden. Die Nachricht enthält den Kundennamen, das Fahrzeug, den empfohlenen Wechselzeitraum und optional einen Link zur Online-Terminbuchung. Zweiterinnerungen werden automatisch nachgesteuert, wenn keine Buchung erfolgt.
Integrierte Rechnungsstellung
Die Einlagerungsgebühr wird direkt aus dem Reifenlager-Modul heraus abgerechnet. Verknüpft mit dem AutoPult Rechnungsprogramm erstellen Sie Rechnungen mit einem Klick – inklusive aller relevanten Positionen wie Einlagerung, Radwechsel und Zusatzservices.
Verknüpfung mit Werkstatt und CRM
Das Reifenlager ist nahtlos mit dem Werkstatt-Modul und dem CRM verknüpft. Werkstattaufträge für den Reifenwechsel werden automatisch angelegt, Kundendaten sind zentral verfügbar und die komplette Reifenhistorie jedes Fahrzeugs ist auf einen Blick einsehbar.
- Barcode-Etiketten drucken und scannen direkt aus der Software
- Digitale Zustandsdokumentation mit Fotos pro Reifen
- Automatische Erinnerungen per E-Mail und SMS
- Lagerplatz-Management mit visuellem Belegungsplan
- Rechnungsstellung inklusive Einlagerungsgebühr und Wechsel-Service
- Profiltiefe-Tracking mit Warnhinweis bei kritischen Werten
- Komplette Reifenhistorie je Kunde und Fahrzeug
Ergebnis: Autohäuser, die das AutoPult Reifenlager-Modul nutzen, berichten von bis zu 70 % weniger Verwaltungsaufwand und einer deutlich höheren Kundenzufriedenheit durch proaktive Kommunikation und fehlerfreie Abläufe.
Checkliste: Reifenlager im Autohaus einrichten
Nutzen Sie diese Checkliste, um sicherzustellen, dass Sie bei der Einrichtung und dem Betrieb Ihres Reifenlagers nichts vergessen:
Geeigneten Raum identifizieren (kühl, trocken, dunkel). Schwerlastregale mit Reifenauflagen beschaffen. Lagerplatznummerierung anbringen. Thermo-Hygrometer installieren. Beleuchtung (ohne UV-Anteil) sicherstellen. Brandschutzmaßnahmen umsetzen. Zugang absichern (Schloss, ggf. Alarmanlage).
Einlagerungsvertrag mit Rechtsanwalt erstellen. Standardisierten Annahmeprozess definieren. Reifenlabel-Vorlage oder Barcode-System einführen. Preisliste für Einlagerung und Zusatzservices kalkulieren. Erinnerungsvorlagen für E-Mail und SMS vorbereiten. Mitarbeiter auf den Prozess schulen.
Betriebshaftpflicht auf Obhutspflicht prüfen. Ggf. Zusatzbaustein für eingelagerte Kundenware abschließen. Feuerversicherung über Reifenlager informieren. Datenschutz bei Kundendaten und Fotos beachten (DSGVO). AGB und Haftungsausschlüsse rechtlich prüfen lassen.
Entscheidung treffen: Excel oder Spezialsoftware. Bei Spezialsoftware: Barcode-Drucker und Scanner beschaffen. Kundendaten aus bestehendem System importieren. Automatische Erinnerungen konfigurieren. Verknüpfung mit Werkstattplanung und Rechnungswesen herstellen. Testlauf mit einer kleinen Gruppe durchführen.
Häufige Fragen zum Reifenlager im Autohaus
Was kostet die Einlagerung von Reifen im Autohaus?
Die meisten Autohäuser berechnen zwischen 20 und 40 Euro pro Saison und Reifensatz für die reine Einlagerung. Kombi-Pakete mit Radwechsel und Wuchten liegen bei 60 bis 100 Euro. Premium-Services mit Reifenwäsche und detailliertem Zustandsbericht kosten 90 bis 140 Euro.
Wie sollten Reifen richtig gelagert werden?
Reifen auf Felgen sollten gestapelt (liegend) gelagert werden, Reifen ohne Felgen stehend und regelmäßig gedreht. Der Lagerraum sollte kühl (unter 25 °C), trocken (max. 65 % Luftfeuchtigkeit) und dunkel sein. Kontakt mit Lösungsmitteln, Öl oder Kraftstoffen ist zu vermeiden.
Wann sollte man auf Sommer- bzw. Winterreifen wechseln?
Die Faustregel lautet „von O bis O“ – von Oktober bis Ostern Winterreifen, von Ostern bis Oktober Sommerreifen. Entscheidend sind jedoch die Temperaturen: Winterreifen sind bei Temperaturen unter 7 °C überlegen, Sommerreifen darüber.
Haftet das Autohaus für eingelagerte Reifen?
Ja, mit der Einlagerung übernimmt das Autohaus die Obhutspflicht nach §§ 688 ff. BGB. Bei Schäden durch mangelnde Sorgfalt (z. B. falsche Lagerung, Verwechslung, Diebstahl) haftet der Betrieb. Eine sorgfältige Dokumentation bei der Annahme und eine passende Versicherung sind daher unverzichtbar.
Welche Software eignet sich für die Reifenlagerverwaltung?
Für kleine Bestände (unter 50 Sätze) kann eine Excel-Tabelle ausreichen. Ab 100 Sätzen empfiehlt sich eine spezialisierte Lösung wie das AutoPult Reifenlager-Modul, das Barcode-Scanning, automatisierte Erinnerungen und integrierte Rechnungsstellung bietet.
Wie oft sollte die Profiltiefe geprüft werden?
Mindestens bei jeder Ein- und Auslagerung – also zweimal jährlich. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm, Experten empfehlen jedoch mindestens 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen für ausreichende Sicherheit.
Fazit: Ein gut organisiertes Reifenlager lohnt sich mehrfach
Das Reifenlager ist weit mehr als ein Nebengeschäft. Mit der richtigen Organisation – von der Raumplanung über den standardisierten Annahmeprozess bis zur automatisierten Kundenkommunikation – wird es zu einem verlässlichen Umsatzbringer und einem starken Kundenbindungsinstrument.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren auf einen Blick:
- Durchdachtes Regalsystem mit eindeutiger Lagerplatzkennzeichnung
- Standardisierter Annahmeprozess mit Profiltiefenmessung und Fotodokumentation
- Optimale Lagerbedingungen (kühl, trocken, dunkel)
- Proaktive saisonale Erinnerungen an Kunden
- Transparente Preisgestaltung mit attraktiven Kombi-Paketen
- Rechtssichere Einlagerungsverträge und passende Versicherung
- Professionelle Software statt fehleranfälliger Excel-Listen
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