EU-Fahrzeuge zu importieren gehört für viele deutsche Autohändler längst zum Tagesgeschäft. Preisunterschiede von 8 bis 25 Prozent gegenüber dem deutschen Markt machen den Import aus Ländern wie Belgien, Dänemark, den Niederlanden oder Italien äußerst lukrativ. Doch der Prozess ist komplex: Von der Fahrzeugbeschaffung über die steuerliche Abwicklung bis zur Zulassung gibt es zahlreiche Stolperfallen.

In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie als Autohändler EU-Fahrzeuge rechtssicher und profitabel importieren – und wie Sie den gesamten Prozess mit der richtigen Software automatisieren können.

Warum lohnt sich der EU-Fahrzeugimport für Autohändler?

Der europäische Binnenmarkt bietet Autohändlern enorme Chancen. Die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen unterscheiden sich je nach Land erheblich. Das liegt an unterschiedlichen Steuersätzen, Marktnachfragen und lokalen Angebotsüberschüssen.

Preisunterschiede nach Herkunftsland

Herkunftsland Typischer Preisvorteil Beliebte Segmente
Belgien 10 – 20 % Premiumfahrzeuge, Firmenwagen
Dänemark 15 – 25 % Gebrauchtwagen (hohe Registrierungssteuer drückt Wiederverkaufswert)
Niederlande 8 – 18 % Kleinwagen, Elektrofahrzeuge, Jahreswagen
Italien 10 – 20 % Fiat, Alfa Romeo, Maserati
Frankreich 8 – 15 % Peugeot, Renault, Citroën
Spanien 10 – 18 % Seat, Gebrauchtwagen allgemein

Praxisbeispiel: Ein BMW 530d xDrive aus Belgien mit 45.000 km kostet dort häufig 32.000 – 35.000 Euro netto. In Deutschland liegt der Händlereinkaufspreis für vergleichbare Fahrzeuge bei 38.000 – 42.000 Euro. Nach Abzug aller Importkosten bleibt ein Mehrverdienst von 2.000 – 4.000 Euro pro Fahrzeug.

Vorteile des EU-Imports im Überblick

  • Höhere Margen durch günstigere Einkaufspreise im EU-Ausland
  • Breiteres Fahrzeugangebot – Zugang zu Modellen und Ausstattungen, die in Deutschland selten verfügbar sind
  • Wettbewerbsvorteil gegenüber Händlern, die ausschließlich lokal einkaufen
  • Kein Zoll innerhalb der EU – freier Warenverkehr im Binnenmarkt
  • Wachsende Nachfrage nach Importfahrzeugen bei Endkunden
  • Skaleneffekte: Je mehr Fahrzeuge Sie importieren, desto geringer werden die Stückkosten für Transport und Verwaltung

Der EU-Import-Prozess: Schritt für Schritt

Der folgende Ablauf zeigt Ihnen den kompletten Importprozess – von der Recherche bis zum Verkauf in Deutschland.

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Fahrzeug recherchieren und beschaffen

Identifizieren Sie lukrative Fahrzeuge auf europäischen Plattformen, bei Auktionshäusern oder über Händlernetzwerke. Prüfen Sie den Zustand, die Historie und den realistischen Wiederverkaufswert in Deutschland. Nutzen Sie Bewertungstools und vergleichen Sie Preise auf mobile.de und AutoScout24.

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Kaufvertrag und Dokumente sichern

Schließen Sie einen rechtsgültigen Kaufvertrag ab. Stellen Sie sicher, dass Sie folgende Dokumente erhalten: Fahrzeugbrief (oder ausländisches Äquivalent), COC-Dokument (Certificate of Conformity), Kaufvertrag mit ausgewiesener Mehrwertsteuer, sowie eine Kopie der USt-IdNr. des Verkäufers.

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USt-IdNr. prüfen und steuerliche Abwicklung vorbereiten

Verifizieren Sie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Verkäufers über das VIES-System der EU-Kommission. Klären Sie, ob es sich um einen innergemeinschaftlichen Erwerb (§ 1a UStG) oder um einen Kauf unter Differenzbesteuerung (§ 25a UStG) handelt.

4

Transport nach Deutschland organisieren

Beauftragen Sie einen spezialisierten Fahrzeugtransporteur oder organisieren Sie die Überführung per Überführungskennzeichen. Vergleichen Sie Angebote für Einzeltransport und Sammeltransport per LKW. Dokumentieren Sie den Fahrzeugzustand vor dem Transport.

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Zollanmeldung und Einfuhr dokumentieren

Innerhalb der EU fällt kein Zoll an. Melden Sie den innergemeinschaftlichen Erwerb jedoch korrekt in Ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung. Führen Sie eine ordnungsgemäße Verbringungsnachweis-Dokumentation. Bei Nicht-EU-Fahrzeugen: Zollanmeldung und Einfuhrumsatzsteuer beachten.

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Technische Prüfung und Zulassung

Lassen Sie das Fahrzeug bei Bedarf einer Vollabnahme nach § 21 StVZO unterziehen. Mit dem COC-Dokument ist die Zulassung in der Regel unkompliziert. Beantragen Sie die deutschen Fahrzeugpapiere bei der Zulassungsstelle und lassen Sie das Fahrzeug auf Ihr Unternehmen zu.

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Verkauf und Gewinnrealisierung

Inserieren Sie das Fahrzeug auf den gängigen Plattformen. Kalkulieren Sie Ihren Verkaufspreis unter Berücksichtigung aller Import- und Aufbereitungskosten. Beachten Sie die korrekte steuerliche Behandlung im Verkauf – insbesondere bei der Differenzbesteuerung.

Das COC-Dokument: Schlüssel zur reibungslosen Zulassung

Das Certificate of Conformity (COC) – auch EG-Übereinstimmungsbescheinigung genannt – ist das wichtigste Dokument beim EU-Fahrzeugimport. Es bestätigt, dass das Fahrzeug den europäischen Typgenehmigungsvorschriften entspricht.

Warum ist das COC so wichtig?

  • Es ermöglicht eine vereinfachte Zulassung in Deutschland ohne Einzelabnahme
  • Die Zulassungsstelle benötigt es für die Erstellung deutscher Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I und II)
  • Ohne COC ist eine teure Vollabnahme nach § 21 StVZO erforderlich (Kosten: 400 – 800 Euro)
  • Es enthält alle technischen Daten: Emissionswerte, Abmessungen, Gewichte, Motorleistung

COC-Dokument beschaffen

Idealerweise erhalten Sie das COC direkt vom Verkäufer. Falls nicht vorhanden, können Sie es beim Fahrzeughersteller oder dessen Generalimporteur im Herkunftsland nachbestellen. Die Kosten liegen je nach Hersteller bei 50 – 250 Euro. Planen Sie für die Nachbestellung 2 – 4 Wochen Lieferzeit ein.

Achtung: Prüfen Sie das COC-Dokument vor dem Kauf auf Vollständigkeit. Fehlerhafte oder unvollständige COC-Dokumente werden von deutschen Zulassungsstellen abgelehnt. Achten Sie besonders darauf, dass die Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN) exakt mit dem Fahrzeug übereinstimmt.

Steuerliche Behandlung: Innergemeinschaftlicher Erwerb vs. Differenzbesteuerung

Die korrekte steuerliche Abwicklung ist einer der komplexesten Aspekte beim EU-Fahrzeugimport. Fehler können zu empfindlichen Nachzahlungen und Bußgeldern führen.

Innergemeinschaftlicher Erwerb (§ 1a UStG)

Kaufen Sie als deutscher Unternehmer ein Fahrzeug von einem umsatzsteuerlich registrierten Unternehmer in einem anderen EU-Mitgliedstaat, liegt in der Regel ein innergemeinschaftlicher Erwerb vor.

  • Der Verkäufer stellt eine Netto-Rechnung ohne ausländische MwSt. aus (Reverse-Charge)
  • Sie schulden die deutsche Umsatzsteuer (19 %) als Erwerbsteuer
  • Die Erwerbsteuer ist gleichzeitig als Vorsteuer abziehbar – Ergebnis: steuerneutral
  • Meldung in der Zusammenfassenden Meldung (ZM) und in Zeile 33/34 der UStVA
  • Der Verkauf erfolgt dann regelbesteuert mit 19 % MwSt.

Differenzbesteuerung (§ 25a UStG)

Kaufen Sie von einem Händler, der das Fahrzeug seinerseits differenzbesteuert verkauft, oder von einer Privatperson, gelten andere Regeln.

  • Die Rechnung enthält keine separat ausgewiesene Umsatzsteuer
  • Sie können keine Vorsteuer geltend machen
  • Beim Weiterverkauf versteuern Sie nur die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis
  • Die Differenzbesteuerung ist besonders vorteilhaft, wenn Sie an Endkunden (Privatpersonen) verkaufen
  • Der Hinweis „Differenzbesteuerung nach § 25a UStG“ muss auf der Rechnung stehen

Wichtig: Ob Differenzbesteuerung oder Regelbesteuerung – die Entscheidung hängt von der Einkaufssituation ab und hat erhebliche Auswirkungen auf Ihre Marge. Eine detaillierte Anleitung finden Sie in unserem Differenzbesteuerung-Guide für Autohändler.

USt-IdNr. Prüfung über VIES

Vor jedem innergemeinschaftlichen Erwerb müssen Sie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) des Verkäufers überprüfen. Das geschieht über das VIES-System (VAT Information Exchange System) der Europäischen Kommission.

  • Prüfen Sie die USt-IdNr. vor jeder Transaktion – nicht nur einmalig
  • Dokumentieren Sie das Prüfergebnis mit Datum und Uhrzeit
  • Eine qualifizierte Bestätigung (mit Name und Adresse) bietet höhere Rechtssicherheit
  • Ungültige USt-IdNr. = kein steuerfreier innergemeinschaftlicher Erwerb möglich

Mit AutoPult USt-ID-Prüfung automatisieren Sie diesen Prozess vollständig: Die Software prüft und dokumentiert die Gültigkeit der USt-IdNr. automatisch bei jeder Transaktion.

Transport und Logistik beim EU-Import

Die Überführung des Fahrzeugs nach Deutschland ist ein wichtiger Kostenfaktor. Je nach Entfernung, Fahrzeugtyp und gewählter Transportmethode variieren die Kosten erheblich.

Transportoptionen im Vergleich

Transportart Kosten (geschätzt) Dauer Geeignet für
Sammeltransport per LKW 300 – 700 € 3 – 7 Tage Standard-Gebrauchtwagen, hohe Stückzahlen
Einzeltransport per LKW 600 – 1.500 € 1 – 3 Tage Premiumfahrzeuge, Eilbedarf
Eigenüberführung 150 – 400 € (Sprit + Kennzeichen) 1 Tag Kurze Distanzen, fahrbereite Fahrzeuge
Geschlossener Transport 1.000 – 2.500 € 2 – 5 Tage Luxus- und Sportwagen, Neuwagen

Tipps für die Transportorganisation

  • Holen Sie mindestens drei Angebote von spezialisierten Fahrzeugtransporteuren ein
  • Prüfen Sie die Transportversicherung – Standarddeckung reicht bei Premiumfahrzeugen oft nicht aus
  • Dokumentieren Sie den Fahrzeugzustand vor Übergabe an den Transporteur (Fotos, Protokoll)
  • Bei Eigenüberführung: Kurzzeitkennzeichen oder Überführungskennzeichen des Herkunftslandes nutzen
  • Planen Sie Transportbündelung: Mehrere Fahrzeuge auf einem LKW senken die Stückkosten erheblich

Mit dem AutoPult Logistik-Modul behalten Sie den Überblick über alle laufenden Transporte, verwalten Transporteur-Angebote und verfolgen den Lieferstatus in Echtzeit.

Kostenberechnung: Was kostet ein EU-Import wirklich?

Eine transparente Kostenkalkulation ist entscheidend für die Profitabilität. Die folgende Beispielrechnung zeigt alle relevanten Posten für einen typischen Import aus Belgien.

Beispielkalkulation: BMW 530d xDrive aus Belgien

Kostenposition Betrag Anmerkung
Fahrzeug-Einkaufspreis (netto) 33.000 € Innergemeinschaftlicher Erwerb, Reverse-Charge
Transport (Sammeltransport) 450 € Belgien → Süddeutschland
COC-Dokument (falls Nachbestellung) 150 € Entfällt, wenn vom Verkäufer erhalten
Zulassungskosten (Händlerzulassung) 50 € Inkl. Kennzeichen und Gebühren
Aufbereitung / Inspektion 350 € Professionelle Fahrzeugaufbereitung
TÜV / HU + AU 120 € Hauptuntersuchung für Verkauf
Verwaltungsaufwand (intern) 150 € Geschätzter interner Aufwand pro Fahrzeug
Gesamtkosten Import 34.270 €
Verkaufspreis (brutto) 44.900 € Marktüblicher Preis in Deutschland
Verkaufspreis (netto bei Regelbesteuerung) 37.731 € 44.900 € / 1,19
Rohertrag 3.461 € 37.731 € – 34.270 €

Tipp: Bei Differenzbesteuerung kann der Rohertrag noch höher ausfallen, da die Umsatzsteuer nur auf die Marge berechnet wird, nicht auf den vollen Verkaufspreis. Mehr dazu in unserem ausführlichen Differenzbesteuerung-Guide.

Zusätzliche Kosten bei Import aus Nicht-EU-Ländern

Importieren Sie Fahrzeuge aus Nicht-EU-Staaten (z. B. Großbritannien nach dem Brexit, Schweiz, Norwegen), kommen weitere Kosten hinzu:

Kostenposition Betrag / Satz Anmerkung
Zoll (Einfuhrzoll) 6,5 % des Fahrzeugwerts Gilt für PKW aus Drittländern
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) 19 % auf (Fahrzeugwert + Zoll + Transport) Als Vorsteuer abziehbar
Zollabwicklung / Zollagent 80 – 200 € Empfohlen für korrekte Abwicklung
Vollabnahme § 21 StVZO (bei fehlendem COC) 400 – 800 € Häufig bei UK-Importen erforderlich
Achtung bei UK-Importen: Seit dem Brexit gelten für Fahrzeuge aus Großbritannien Drittland-Regelungen. Es fallen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer an. Zudem besitzen britische Fahrzeuge häufig kein EU-COC mehr, sodass eine Vollabnahme erforderlich wird. Kalkulieren Sie diese Mehrkosten unbedingt in Ihre Marge ein.

Häufige Stolperfallen beim EU-Import – und wie Sie sie vermeiden

Der EU-Fahrzeugimport birgt einige Risiken, die sich jedoch mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Werkzeugen minimieren lassen.

1. Fehlende oder fehlerhafte Dokumente

Das häufigste Problem: Das COC-Dokument fehlt, ist unvollständig oder enthält falsche Angaben. Ohne gültiges COC müssen Sie eine Vollabnahme durchführen lassen – das kostet Zeit und Geld.

Lösung: Fordern Sie das COC vor dem Kauf an und prüfen Sie es sorgfältig. Machen Sie die Übergabe des COC zur Bedingung im Kaufvertrag.

2. Ungültige USt-IdNr. des Verkäufers

Ist die USt-IdNr. des ausländischen Verkäufers ungültig oder abgelaufen, riskieren Sie die Nachbesteuerung der gesamten Transaktion. Das Finanzamt kann die Steuerfreiheit des innergemeinschaftlichen Erwerbs aberkennen.

Lösung: Prüfen Sie jede USt-IdNr. vor dem Kauf über das VIES-System und dokumentieren Sie die Prüfung. Nutzen Sie die automatische USt-ID-Prüfung von AutoPult.

3. Falsche steuerliche Einordnung

Die Verwechslung von innergemeinschaftlichem Erwerb und Differenzbesteuerung ist ein häufiger und teurer Fehler. Wenn Sie ein Fahrzeug unter Differenzbesteuerung einkaufen, dürfen Sie keine Vorsteuer ziehen – kaufen Sie regelbesteuert ein, müssen Sie die Erwerbsteuer korrekt anmelden.

Lösung: Prüfen Sie bei jedem Fahrzeug die Rechnungsstellung genau. Lassen Sie sich im Zweifelsfall vom Verkäufer schriftlich bestätigen, unter welcher Besteuerungsform verkauft wird. Die AutoPult Differenzbesteuerungs-Funktion hilft Ihnen, Fahrzeuge korrekt zuzuordnen und zu verbuchen.

4. Transportschäden und fehlende Dokumentation

Ohne Zustandsdokumentation vor dem Transport haben Sie keine Handhabe bei Schäden während der Überführung.

Lösung: Erstellen Sie ein detailliertes Übergabeprotokoll mit Fotos vor dem Transport. Prüfen Sie die Versicherungspolice des Transporteurs und verlangen Sie eine ausreichende Deckungssumme.

5. Fehlerhafte DATEV-Buchung

Die Buchung von EU-Importen in der Finanzbuchhaltung ist komplex. Innergemeinschaftlicher Erwerb, Erwerbsteuer, Vorsteuerabzug und Zusammenfassende Meldung müssen korrekt erfasst werden.

Lösung: Verwenden Sie eine Software, die DATEV-Exporte speziell für den Fahrzeughandel unterstützt. Die AutoPult DATEV-Schnittstelle überträgt alle Buchungsdaten automatisch und fehlerfrei.

6. Kilometerstand-Manipulation

Tachomanipulation ist im europäischen Gebrauchtwagenmarkt ein verbreitetes Problem. Besonders bei Fahrzeugen aus bestimmten Regionen sollten Sie vorsichtig sein.

Lösung: Nutzen Sie professionelle Kilometerstand-Prüfungen (z. B. über nationale Datenbanken wie Car-Pass in Belgien oder NAP in den Niederlanden). Lassen Sie bei Verdacht ein OBD-Auslesegerät einsetzen.

Rechtliche Anforderungen und Pflichten

Verbringungsnachweis

Beim innergemeinschaftlichen Erwerb müssen Sie nachweisen, dass das Fahrzeug tatsächlich von einem EU-Mitgliedstaat nach Deutschland verbracht wurde. Als Nachweis dienen:

  • CMR-Frachtbrief (bei gewerblichem Transport)
  • Speditionsbestätigung mit Abhol- und Lieferadresse
  • Überführungsprotokoll bei Eigenüberführung
  • Tankbelege und Mautabrechnungen als ergänzende Nachweise

Zusammenfassende Meldung (ZM)

Innergemeinschaftliche Erwerbe müssen bis zum 25. des Folgemonats in der Zusammenfassenden Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) gemeldet werden. Diese Meldepflicht ist streng – Versäumnisse werden mit Bußgeldern geahndet.

Gewährleistung und Sachmängelhaftung

Auch bei EU-Importen gelten die deutschen Gewährleistungsregeln beim Weiterverkauf an Verbraucher. Sie haften als Händler mindestens 12 Monate für Sachmängel (bei gebrauchten Fahrzeugen, sofern nicht anderweitig vereinbart). Dokumentieren Sie daher den Fahrzeugzustand beim Einkauf sorgfältig.

So automatisiert AutoPult den gesamten EU-Importprozess

Der manuelle Import von EU-Fahrzeugen ist zeitaufwendig und fehleranfällig. AutoPult ist die einzige B2B-Software für deutsche Autohändler, die den kompletten Importprozess von der Beschaffung bis zum Verkauf digital abbildet und automatisiert.

Das AutoPult Import-Modul

Mit dem AutoPult Import-Modul verwalten Sie Ihre EU-Importe zentral und effizient:

  • Import-Tracking: Verfolgen Sie den Status jedes Fahrzeugs in Echtzeit – vom Angebot über den Kauf bis zur Zulassung in Deutschland
  • Dokumentenmanagement: Speichern und verwalten Sie alle relevanten Dokumente (COC, Kaufvertrag, Frachtbrief) zentral am Fahrzeug
  • Automatische USt-ID-Prüfung: Validierung der Verkäufer-USt-IdNr. direkt im System mit automatischer VIES-Abfrage
  • Steuerliche Zuordnung: Automatische Erkennung, ob Differenzbesteuerung oder Regelbesteuerung gilt, mit entsprechender Margenberechnung
  • Logistik-Steuerung: Transportaufträge erstellen, Angebote vergleichen und den Lieferstatus tracken
  • DATEV-Export: Alle Buchungsdaten werden automatisch für den DATEV-Export aufbereitet – inklusive innergemeinschaftlichem Erwerb und Erwerbsteuer
  • Kostenübersicht: Alle Import-Kosten werden am Fahrzeug erfasst und fließen automatisch in die Deckungsbeitragsrechnung ein

AutoPult-Vorteil: Während andere Händler Excel-Tabellen, E-Mail-Postfächer und separate Buchhaltungsprogramme jonglieren, haben Sie mit AutoPult alle Informationen in einem System. Das spart durchschnittlich 3–5 Stunden Verwaltungsaufwand pro importiertem Fahrzeug.

Checkliste: Bevor Sie Ihr erstes EU-Fahrzeug importieren

  • USt-IdNr. für Ihr Unternehmen beim Bundeszentralamt für Steuern beantragt
  • ELSTER-Zugang für Zusammenfassende Meldung (ZM) eingerichtet
  • Zuverlässige Fahrzeugtransporteure recherchiert und Konditionen verglichen
  • Prozess für COC-Beschaffung und -Prüfung etabliert
  • VIES-Prüfungsprozess für USt-IdNr. eingerichtet
  • Steuerberater über geplante EU-Importe informiert
  • Kalkulationsvorlage mit allen Importkosten erstellt
  • Versicherungsschutz für Transport und Überführung geprüft
  • Konten bei europäischen Fahrzeugplattformen und Auktionshäusern angelegt
  • Software für Import-Tracking und Dokumentenmanagement eingerichtet – idealerweise AutoPult

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich eine spezielle Genehmigung, um EU-Fahrzeuge zu importieren?

Nein, innerhalb der EU gilt der freie Warenverkehr. Als gewerblicher Autohändler mit gültigem Gewerbeschein und USt-IdNr. können Sie ohne zusätzliche Genehmigung Fahrzeuge aus anderen EU-Mitgliedstaaten importieren.

Was passiert, wenn das COC-Dokument fehlt?

Ohne COC-Dokument benötigen Sie eine Vollabnahme nach § 21 StVZO durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen (z. B. TÜV, DEKRA). Diese kostet zwischen 400 und 800 Euro und kann mehrere Tage dauern. Bei Fahrzeugen mit gängiger EU-Typgenehmigung können Sie das COC beim Hersteller nachbestellen.

Wie lange dauert der gesamte Importprozess?

Von der Fahrzeugauswahl bis zum verkaufsfertigen Fahrzeug in Ihrem Bestand vergehen typischerweise 1 bis 3 Wochen. Die größten Zeitfaktoren sind der Transport (2–7 Tage), die Zulassung (1–3 Tage) und die eventuelle Nachbestellung des COC-Dokuments (bis zu 4 Wochen).

Kann ich als Händler die Differenzbesteuerung bei EU-Importen anwenden?

Ja, wenn Sie das Fahrzeug von einem anderen differenzbesteuernden Händler oder von einer Privatperson kaufen. In diesem Fall wird keine USt. auf der Rechnung ausgewiesen. Beim Weiterverkauf versteuern Sie nur die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis. Mehr Details finden Sie in unserem Differenzbesteuerung-Guide.

Muss ich für jedes importierte Fahrzeug eine Zusammenfassende Meldung abgeben?

Die Zusammenfassende Meldung (ZM) ist bei innergemeinschaftlichen Erwerben verpflichtend. Sie melden die Summe aller Erwerbe pro ausländischem Lieferanten und Monat – nicht einzeln pro Fahrzeug. Die Abgabe erfolgt monatlich bis zum 25. des Folgemonats.

Welche Risiken gibt es beim Kauf von ausländischen Gebrauchtwagen?

Die größten Risiken sind: Tachomanipulation, versteckte Unfallschäden, offene Finanzierungen oder Leasingverträge, gestohlene Fahrzeuge und fehlerhafte Dokumente. Nutzen Sie Fahrzeughistorien-Dienste, prüfen Sie VIN-Nummern und kaufen Sie bevorzugt von etablierten Händlern mit nachvollziehbarer Reputation.

Wie unterstützt AutoPult beim EU-Import?

AutoPult ist die einzige Software, die den kompletten EU-Importprozess für Autohändler abbildet: von der automatischen USt-ID-Prüfung über das Import-Tracking und die Logistik-Verwaltung bis zur korrekten steuerlichen Zuordnung und dem DATEV-Export. So sparen Sie Zeit, vermeiden Fehler und behalten den Überblick über alle laufenden Importe. Mehr erfahren.

Fazit: EU-Import als Wachstumshebel für Ihren Autohandel

Der Import von EU-Fahrzeugen bietet deutschen Autohändlern eine hervorragende Möglichkeit, ihre Margen zu steigern und ihr Angebot zu erweitern. Die Preisunterschiede im europäischen Binnenmarkt sind real und signifikant – mit dem richtigen Prozess lassen sich pro Fahrzeug mehrere Tausend Euro zusätzlicher Gewinn erzielen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Professionalisierung: Wer den Importprozess strukturiert angeht, die steuerlichen Anforderungen beherrscht und die richtigen Werkzeuge einsetzt, kann den EU-Import zu einem skalierbaren Geschäftsmodell ausbauen.

Mit AutoPult haben Sie alle Werkzeuge in einer Plattform: Import-Tracking, Dokumentenmanagement, automatische USt-ID-Prüfung, Differenzbesteuerungs-Verwaltung, Logistik-Steuerung und DATEV-Export. So wird der EU-Fahrzeugimport vom zeitraubenden Verwaltungsakt zum profitablen, automatisierten Geschäftsprozess.